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Heinrich Stenger informiert über "Kommissar Rex aus Wittgenstein" Film und Wirklichkeit unterscheiden sich
Von Kristina Löcker und Sabrina Stopfer Klasse 9b, Städtisches Gymnasium Bad Laasphe

Von hundert angebotenen Hunden sind oft nur zwei wirklich für den Polizeidienst geeignet - überwiegend werden dabei Schäferhunde, Riesenschnauzer und Rottweiler eingesetzt.
Wittgenstein. Wir haben uns gefragt, wie weit Wirklichkeit und Fernsehdarstellung auseinandergehen. Ist ein Hund, der seinem menschlichen Kollegen die Wurstsemmel klaut, für den Polizeidienst geeignet? Ist es Realität, dass der Vierbeiner neben seinem Herrchen auf dem Beifahrersitz mit 140 km/h auf Verbrecherjagd geht?
Wir wollten wissen, was ein Hund im Polizeidienst alles leisten muss. Dazu befragten wir den ehemaligen Polizeihundeführer des Kreises Wittgenstein, Polizeioberkommissar a.D. Heinrich Stenger.
Durch ihn erfuhren wir, dass die Auswahlkriterien zum Polizeihund sehr streng sind. Von 100 angebotenen Hunden sind oft nur zwei wirklich für den Dienst geeignet. Deshalb hat man in Stukenbrock ein besonderes Zuchtprogramm gestartet.
Nicht alle Hunderassen eignen sich für den schwierigen Polizeidienst, überwiegend werden Schäferhunde, Riesenschnauzer und Rottweiler eingesetzt. Aber auch Terrier und Boxer, sowie Mischlinge, die die vorgeschriebene Mindestgröße aufweisen, werden verwendet.
Welcher Hund für welche Polizeiaufgaben geeignet ist, richtet sich nach den speziellen Triebanlagen wie Kampf-, Schutz- und Besitztrieb, die bei jedem Tier unterschiedlich ausgeprägt sind. Heinrich Stenger berichtete, dass ein Polizeihund eine dreijährige Ausbildung brauche, bevor er das erste Mal eingesetzt werden könne. Auch der Polizist wird in speziellen Lehrgängen ausgebildet. Danach müssen sie sich ständig weiteren Prüfungen unterziehen.
Genau wie bei Kommissar Rex und seinem Herrchen ist es eine wichtige Voraussetzung, dass Hund und Hundeführer gut miteinander harmonieren, denn im Einsatz müssen sie sich hundertprozentig aufeinander verlassen können.
Das Tätigkeitsfeld der Hunde reicht von Drogen- und Waffensuche über Aufspüren von Vermissten oder Leichen bis hin zum Stellen eines Straftäters. Aufgrund der 250 Millionen Riechzellen (der Mensch hat ca. 20 Millionen) können die Hunde bis zu einer Million Gerüche aufnehmen, speichern und wiedererkennen. Die biochemischen Veränderungen in unserem Körper, z.B. Angst, Stress, Trauer, Wut, Lügen, Aggression, werden vom Hund gewittert. Sie werden deshalb besonders bei der Spurensuche eingesetzt.
Anders als bei Kommissar Rex reagiert der Polizeihund bei verschiedenen Einsätzen nur auf das Kommando seines Hundeführers. Auf der Fahrt zum Einsatzort sitzt der Vierbeiner auch nicht auf dem Beifahrersitz, sondern hat seinen gesicherten Platz hinten im Einsatzwagen. Der Diensthund führt keine selbständigen Entscheidungen durch, wie man das bei dem TV-Kollegen beobachten kann. Als Fazit kann man sagen, Film und Wirklichkeit unterscheiden sich doch sehr. Im Dienstalltag gibt es nicht so spektakuläre Einsätze wie im TV. Doch nicht ohne Stolz verwies Heinrich Stenger auf viele erfolgreich ausgeführte Einsätze mit seinen vierbeinigen Partnern.
erschienen in der WP Bad Berleburg am 30. April 2002
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